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Seit über 10 Jahren züchtet ich regelmässig den roten Neonsalmler (Paracheirodon axelrodi) nach. Es ist keine Zufallsvermehrung, nein, ich bin seit mehreren Jahren in der Lage, Rote Neonsalmler gezielt zu züchten.
1998 reiste ich erstmals, mit einem mir bekannten Zoohändler, nach Prag und konnte dort selber feststellen, dass der rote Neonsalmler massenhaft nachgezüchtet wurde. Auf die Frage hin, wie diese gezüchtet werden, kam die schlichte Antwort, dass Regenwasser mit Wasser aus einem nahe liegenden Waldbach verschnitten und mit Torf leicht angesäuert wird. Unmittelbar zu Hause angekommen, ging ich in eine Zoohandlung und kaufte ca. 20 rote Neonfische. Mit diesem dürftigen „Rezept“ versuchte ich den Roten Neon zu vermehren. Verschiedene Versuche zeigten, dass dies nicht so einfach ist, wie angenommen. Da die gleiche Methode, wie bei den früher schon nachgezüchteten Salmler Anwendung fand, gelang diese beim Neonfisch nicht. Aus verschieden Zeitschriften und Büchern konnte entnommen werden, „dass das rote Neonmännchen ein Weibchen auswählt und dieses mit gespreizten Flossen umschwimmt. Auf diese Weise versucht es seine „Angebetene“ zum Ablaichen zu motivieren. Ein laichbereites Weibchen wird dieser Balz bald folgen. Das balzende Rote Neon-Männchen stupst dem Weibchen mit dem Maul in die Flanke, um es zum Laichsubstrat zu drängen. Zunächst ist das Weibchen noch uninteressiert und versucht der Werbung des Männchens durch Flucht zu entgehen…. „ Dieses Verhalten wurde immer mit schönen Bildern von Roten Neonfischen, in verschiedenen Posen abgerundet. Anfangs dachte ich, dies müsste bei mir auch passieren, damit ich endliche kleine Rote Neonfische züchten kann. Nach verschiedenen Versuchen, gelang mir die Zucht dieses wunderschönen Salmlers ein Jahr später. Ich wollte bereits aufgeben, als, nach verschiedenen Experimenten, plötzlich eines Morgens vereinzelt semilatente Laichkörner im Licht der Taschenlampe zu erkennen waren. Aber es ist alles anders, als in den schönen Zeitschriften und Büchern blumig beschrieben worden ist. Wöchentlich setze ich jeweils 20 Zuchttiere in einem 40 cm Becken bei einem ph-Wert von 4.1 an. Die Fische kommen direkt aus einem Becken bei einem ph-Wert von ca. 7.0. Durch diesen „PH-Schock“ - das kann in der Natur bei einem unverhofften Niederschlag auch passieren (selber schon erlebt)- laichen die Neonfische in der Regel in den frühen Morgenstunden. Sobald es hell wird, ist alles schon vorbei. Diese Prozedur dauert ca. drei Tage und täglich ist der ganze Glasboden des 40cm Beckens mit Laich übersäht. Die ganze Zuchtanlage ist abgedunkelt, so dass die Tiere keinem Stress ausgesetzt sind. Während den drei Tagen kann ich täglich Laich absaugen, indem ich die Zuchttiere aus dem Becken fange, den Gitterrost entferne und den Laich mit einem Schlauch absauge. Die Tiere werden anschliessend wieder ins Becken überführt. Der Laich muss unmittelbar in gleichwertigem Wasser gespült und in die Aufzuchtbeckens überführt werden. Ca. 7 Tage nach dem Ablaichen schwimmen die kleinen Roten Neofische und suchen gierig das Becken nach fressbarem ab. Aufgrund meiner Erfahrung sollte man anfangs die Kleinfische mit Rädertierchen füttern bevor man zu den Artemien wechselt. Entgegen der mit UV-Licht angeregten und bei der mikroskopischen Betrachtung gemachten Feststellung, zeigen die Tiere augenscheinlich nach ca. 6 Wochen den blauen Bereich an der Körperflanke. In diesem Stadium haben die Fische einer Länge von ca. 8 -10 mm. Aufzuchtbecken
| Beispiel einer Zuchtanlage.
| Nahaufnahme
| 2 Tage später hängen die kleinen Salmler an der Seitenscheibe des Aufzuchtbeckens. | Nahaufnahme mit UV Licht
| Unter Zuhilfenahme von UV-Licht bei der mikroskopischen Betrachtung der Jungfische, ist zu erkennen, dass das blaue Erscheinungsbild bereits vorhanden ist. | Blick in ein Aufzuchtbecken
| Nach ca. 6- 8 Monaten haben die Fische die Verkaufsgrösse erreicht. |
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(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi) |